Foto: Michail Stamm

Zauberhaftes Tuch.
Zum Schutz vor starker Sonne,
Zum Schutz vor bösen Geistern,
Zum Tragen von kleinen wilden Äpfeln
oder Einsammeln der Ringelblumen.
Im Wasser gekühlt auf die heiße Stirn
des Kindes gelegt.
Nun umwickele ich damit mein Buch.
Steppenbuch→

Milch BriefeFoto: Michail Stamm

Milch Briefe→
Polina ist eine Austauschschülerin aus Russland und lebt ein Jahr lang in Deutschland. In dieser Zeit verliebt sie sich in den Jungen Moriz.
Nach einem Jahr kehrt sie zurück in ihre Heimatstadt, die Kristallgans heißt, weil es dort eine Kristallglas-Fabrik gibt, in der ihr Vater und die meisten aus der Bevölkerung der Stadt arbeiten.
Alle sowjetische Kinder wissen, dass Lenin seine Geheimbotschaften in der Gefangenschaft mit Milch geschrieben hat. So schreibt auch Polina ihre Briefe an Moriz mit Milch. Um die Briefe lesen zu können, müssen sie über eine Kerze gehalten werden. So schreibt sie über die Ereignisse in ihrem Leben, in dem sich Realität und Märchenhaftes vermischen. Was auch nicht verwunderlich ist, weil Polina zwischen Kristallwaren und deren Sonnenhäschen (so nennt man in Russland Sonnenreflexe) in ihrer Wohnung aufwächst.
Polina bekommt aber keine Antworten auf ihre Briefe und schliesslich schreibt sie einen letzten Brief. Auf Russisch.
Damit der Leser den letzten Brief verstehen kann, muss er sich an einen Russen wenden und es sich beim Teetrinken übersetzen lassen.
Ein grosser Teil des Buches besteht aus den original mit Mich geschriebenen Briefen.

Texte: Nazilya Nagimova
Fotos: Michail Stamm